Ihr wünscht euch natürliche und ungestellte Bilder von eurem Kind? 

OK. Stellt euch eine Studiokulisse vor. Neutraler Hintergrund, rundherum teure Technik, alle Lichter auf eurer Kind gerichtet. Bühne frei! 

Wie wird sich euer Kind wohl verhalten? Wie fühlt ihr euch in so einer Situation? Viele Möglichkeiten der Interaktion gibt es nicht, der Platz ist sehr begrenzt und nun ja – natürliches Verhalten kann man eigentlich nicht erwarten.

Was ist nun anders, wenn man mit Kindern raus geht?

Vieles. Gutes, aber auch weniger Gutes.

Fangen wir mal mit den Nachteilen an:

  • der Termin ist wetterabhängig
  • weniger kontrollierbare Lichtbedingungen als im Studio – man muss sich mit Sonne und dem daraus entstehenden Schatten herumschlagen
  • man nimmt eventuell einige Insektenstiche mit
  • je nach Wahl der Location gibt es vielleicht Zuschauer

 Doch was sind nun die Vorteile?

  • zum einen natürlich die Hintergründe: ob nun eine Blumenwiese, ein Kornfeld, Bäume, oder herbstliche, bunte Blätter, oft muss man nur wenige Schritte weiter gehen, und man hat eine komplett andere Kulisse. Mal die Wiese, dann eine schöne Mauer oder ein Baumstamm.
  • doch das Beste: Kinder können sich frei und ungezwungen bewegen. Ist rundherum nur Natur, kann sich das Kind beschäftigen und die Fotografin kann sich frei um das Kind herum bewegen, ohne in das Geschehen eingreifen zu müssen oder zu dirigieren, um dann die richtigen Momente und Bilder einzufangen. Ganz anders als im Studio, wo man überwiegend nur aus einer Richtung fotografieren kann, sonst hat man leider Lampenstative als Hintergrund.
  • In der Natur fällt es grundsätzich auch leichter, die Kinder spielerisch doch noch für das ein oder andere Foto zu motivieren

Diese Vorteile der freien Natur als Ort eines Fotoshootings habe ich bei den nachfolgenden Bildern eines Kleinkindes mit seiner schwangeren Mama ausgenutzt. Es sollten Bilder entstehen von der schwangeren Mama und dem kleinen jungen Mann – idealerweise mit Bezug zur Schwangerschaft bzw. dem baldigen kleinen Brüderchen.

Jaaaa, so ein Wirbelwind macht jetzt von Natur aus nicht unbedingt das, was sich die Mama und so eine Frau mit einer schwarzen Kiste vorm Gesicht gerade wünschen.

Der Kleine wollte rennen, toben, und Heu werfen.

Also spielten wir da erst mal mit und ließen ihn rennen, toben und mit Heu werfen. Mit ein paar kleinen Tricks ließ sich der junge Mann dann auch mit einer Blume necken, horchte an Mamas Bauch, ob dort auch ein Traktorgeräusch drin ist, und fiel dann irgendwann erschöpft in Mamas Arme, ließ sich kuscheln und zeigt mir auch stolz seinen „dicken“ Bauch. Geschafft!

Im Studio hätte man ihn wohl maximal 5 Minuten bändigen können, doch draußen auf der Wiese haben wir 2 Stunden gespielt und getobt, zwischendurch einige Bilder gemacht und hatte alle mächtig Spaß.

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